Die Schönheiten Namibias Südens

Namib Naukluft Park
Der Namib Naukluft Park ist die größte Schutzregion Namibias und befindet sich an der Atlantikküste in der Namib. Das Gebiet erstreckt sich über fast 50.000 km² und wurde durch die Zusammenlegung verschiedener Regionen geschaffen, darunter die Namib, die Naukluft, Sossusvlei/Sesriem und Sandwich Harbour. Im August 1979 wurde der Park in seiner heutigen Form offiziell erklärt. Obwohl das Schutzgebiet sehr groß ist – etwa 500 km in der Länge und zwischen 100 und 150 km in der Breite – sind nur einige kleine Bereiche für Besucher zugänglich, wie die Naukluftberge, das berühmte Sossusvlei und ein kleiner Abschnitt des Kuiseb-Flusses.
Ältester Sandkasten der Welt, die Namib-Wüste
Wie der Landesname schon verrät, prägt die Namib-Wüste das Land, seine Einwohner und auch Fauna und Flora. Sie ist die älteste Wüste der Welt. In 2013 wurde das schier endlose Sandmeer zum UNESCO Welterbe ernannt. Die Namib beginnt bereits am südlichen Grenzfluss des Landes, dem Oranje Fluss und reicht mit seichten Sanddünen, kargen Steinregionen und endlosen Sandfeldern bis rauf nach Angola. Die Wüste wird maßgeblich geprägt durch den kalten Benguelastrom, der im Westen des Landes auf die Küste trifft. Wer jedoch glaubt, die Wüste sei tot, der irrt. Nein, die Wüste lebt! An die Wüste angepasste Tiere wie der Gemsbok, Wüstengeckos oder der Tok-Tokkie-Käfer bis hin zu den Wüstenelefanten zeugen von beeindruckenden Überlebenskünsten. Sukkulenten in allen Farben, oder die zweiblättrige Welwitschia mirabilis, sind teils endemisch. Nach seltenen Regenfällen kann die Wüste ihre Besucher in frischem Grün und mit einem bunten Blumenmeer überraschen. Sehenswürdigkeiten sind vor allem das Sossusvlei mit dem Deadvlei, der Sesriem Canyon, aber auch die gesamte Skelettküste mit den versandeten Schiffwracks sowie die hochwertigen Lodges.

Sossusvlei und Deadvlei
Inmitten des Namib Naukluft Parks in der Namib, der ältesten Wüste der Welt, liegen zwei landschaftliche Highlights Namibias: das Sossusvlei und das Dead Vlei.

Das Sossusvlei ist eine Salz-Ton-Pfanne, die durch Tsauchab-Fluss gebildet wird. Obwohl nur wenige Kilometer vom Atlantik entfernt, verebbt der Fluss hier in einem Dünenmeer, das mit bis zu 300 Meter hohen Dünen auftrumpft. Etwa alle 10 Jahre fließt der Tsauchab Fluss bis in Vlei und bildet hier dann inmitten der höchsten Dünen der Welt einen surrealen See. Ein einmaliges Schauspiel der Natur.
Das Deadvlei, mit seinen vertrockneten Akazienbäumen, ist nach kurzer Wanderung eine beliebtes Fotomotiv. Ihre Geschichte geben die vielen über 100 Jahre alten, verdorrten und versteinerten Kameldornbäume, die völlig absurd in die Landschaft ragen, nur ungern preis. Ebenfalls in der Region des Deadvleis befindet sich „Big Daddy“. Wer die vermutlich höchste Düne der Welt erklimmen möchte, braucht Durchhaltevermögen, eine gute Kondition und gut zwei Stunden Zeit. Runter geht es dann meist im Sauseschritt und die Schuhe sind voller Sand…
Unser Tipp
Auch wenn dieses Highlight des Landes stark besucht ist, sollte es auf einer ersten Reise nach Namibia unbedingt Teil der Namibia-Rundreise sein.
Wer das Vlei und die Dünen mit möglichst wenigen Menschen erleben möchte, sollte unbedingt innerhalb des Parks übernachten oder zumindest in unmittelbarer Nähe des Eingangs, um dann bereits am frühen Morgen aufzubrechen.
Ein Shuttleservice bringt Gäste vom Eingang des Sossusvlei Tores bis in die Region der Vleis. Vorsicht, das Tor öffnet zum Sonnenaufgang und schließt pünktlich zum Sonnenuntergang.
Besonders in der Region Sossusvlei, Deadvlei und Sesriem gibt es eine sehr große Auswahl an Lodges unterschiedlichsten Niveaus. Einen privaten Zugang zum Vlei hat beispielsweise die Kulala Lodge. Wolwedans im Dark Sky Reserve NamibRand ist zwar weltberühmt- allerdings kein idealer Ausgangspunkt für das Sossusvlei, sondern mit Sicherheit für sich eine lohnenswerte, traumhaft schöne Destination.
Eine Ballonfahrt über die dunkelroten Dünen dieses Naturschauspieles kann entweder direkt am Parkeingang oder etwas südlicher starten und gilt für viele Reisende als eines der absoluten Highlights ihrer Namibia-Reise. Den Abschluss der Ballonfahrt bildet ein fulminantes Champagnerfrühstück.
Für alle, die gerne aktiv unterwegs sind, bietet die Gegend eine Vielzahl von Möglichkeiten – vom bekannten Tok Tokkie Trail bis hin zu Wüstenritten – so dass jeder das passende Abenteuer finden kann, um das Reiseprogramm noch abwechslungsreicher zu gestalten.
Lüderitzbucht und Kolmanskuppe; wo der Sand ein Dorf verschlingt
Lüderitzbucht liegt im Süden des Landes an der rauen Atlantikküste. Das Fischerstädtchen mit dem kleinen Hafen kämpft immer wieder um seine Existenz und um den Erhalt der Bahnstrecke. Die ehemals starken deutschen Einflüsse, sind hier noch in der Architektur einiger weniger Gebäude zu finden. Moderne Investitionsprojekte und eine Universität sollen der kleinen Küstenstadt zu neuem Leben verhelfen.
Unmittelbar in der Nähe befindet sich die im Sand versinkende Geisterstadt Kolmanskuppe und alte Diamanten-Schürfgebiete. Hier wurde der erste Diamant Namibias gefunden.

Unser Tipp für Lüdritzbucht und die Region
Ausflug nach Kolmanskuppe.
Tagestour zum Felsenbogen entweder mit einem Guide und Auto oder integriert in einen Rundflug.
Auf dem Weg nach Lüderitzbucht einen Stopp in Aus einlegen. „In Aus ist alles Aus…“ ein alter Handelsladen ist noch bestückt mit einem Sortiment, das von Apfelmus bis Zahnpasta reicht. Ein kühlender Erfrischungsdrink im Aus-Hotel und weiter geht es zu den Wüstenpferden im Gondwana- Schutzgebiet. Die wilden Pferde Namibias sind ebenfalls ein Überbleibsel aus der alten Zeit. Heutzutage bemüht sich Gondwana sehr um das Überleben dieser wilden Pferde.
Von Klein-Aus-Vista starten sportliche Mountainbike-Parcours und Wanderungen. Eagle’s Nest ist dort nur eines der charmanten und felsigen Chalets.
Unser Tipp: Auf dem Weg in den Süden, eine oder zwei Nächte in der neuen „Wüstenoase“ Nooishof einbauen. Mitten im Nichts: ein Kleinod und ein Zuhause. Exzellente Farmküche, ein guter Weinkeller, exklusive Chalets und interessante Gastgeber erwarten Sie hier. Hier könnte man sich niederlassen um ein Buch zu schreiben oder einfach zu Ruhe zu kommen.
Fish River Canyon, Abgründe tun sich auf
Der Fish River Canyon ist nach dem Grand Canyon in den USA der zweitgrößte Canyon der Welt. Er liegt innerhalb des staatlichen Richtersveld Transfontier Parks, der bis nach Südafrika reicht. Die Aussichtspunkte, wie der Höllenbogen am Rande des Canyons, bieten umwerfende Aussichten über die Abgründe, die sich vor dem Besucher auftun. Der eigentliche Canyon endet in Ais Ais und ist 161 km lang, bis zu 27 km breit und erreicht eine Tiefe von bis zu 550 Metern. Für Wanderer ist er eine echte Herausforderung, da die Temperaturen im Sommer lebensbedrohlich hoch sein können und die Wege teilweise sehr steil sind.
Die Entstehungsgeschichte des Canyons ist faszinierend: Ein vor über einer Milliarde Jahren entstandenes mächtiges Gebirge wurde über viele Millionen Jahre abgetragen. Durch darauffolgende tektonische Veränderungen konnte sich ein Fluss langsam in das Gestein eingraben. Gletscher entrümpelten zu Zeiten von Gondwana den zukünftigen Flusslauf des Canyons.
Unser Tipp
Gondwana bietet mit dem Canyon Roadhouse und der Canyon Lodge ein Portfolio an Lodges im Gondwana Reservat an. Elephant Rhino and People (ERP) startet soeben eine Kooperation mit Gondwana und wird in der nahen Zukunft Wandertouren unterschiedlicher Länge anbieten. Verschrieben haben sie sich dem Nashornschutz und der bestmöglichen Begleitung des Mensch-Tier-Konfliktes. Eine spannende Entwicklung.
Die Fish River Canyon Lodge auf der Westseite des Canyons ist unschlagbar in der Region an Eleganz und Aussicht auf den Canyon. Sie ist eine unserer Empfehlungen, wenn es um Outdoor Passions geht. Bike- und Wandertouren, Sleepouts und mehr warten auf den Besucher.
Im staatlichen Camp Ai Ais sprudeln die heißen Quellen. Eher ein Ausflugsziel für den namibischen Winter…

Oranjefluss Weintrauben für Europa und bester Whisky in Namibia
Wasser bedeutet Leben, und so sind die beiden Grenzflüsse Namibias – der Kunene an der nördlichen Grenze zu Angola und der Oranje an der südlichen Grenze zu Südafrika – auch wichtige Lebensadern für das Land. Am Oranje Fluss werden seit einigen Jahren Trauben für den Export gezüchtet. Hier wachsen auch die Trauben für Namibias Wein und der beste Whisky des Landes wird hier gebrannt.
Unser Tipp
In Rosh Pinah können versierte Geländewagenfahrer aus dem südlichen Richtersveld in Namibia in das Richtersveld nach Südafrika übersetzen…
Die ehemalig völlig in sich abgeschlossene Diamantenstadt Oranjemund ist heute für jeden erreichbar.
Die gesamte Region Rosh Pinah, Richtersfeld empfiehlt sich allerdings eher für Wiederholer.
Fazit
Der Süden Nambias besticht durch endlose Weiten, Stille und großartige Naturräume. Auch wenn der Fish River Canyon und Lüdertizbucht für den ein oder anderen einfach zu weit sind- es sind mit Sicherheit lohnende Ziele innerhalb des Landes. Wer einmal in Namibia war, wird immer wiederkehren.
